Diabetes mellitus kann das Augenlicht beeinträchtigen.

Dies ist dank landesweiter Aufklärungskampagnen inzwischen fast jedem bekannt. In den Industrienationen ist die „Zuckerkrankheit“ häufigster Verursacher von Blindheit bei den Personen zwischen 20 und 65 Jahren. Glücklicherweise sind Vorsorgeprogramme heute weit verbreitet, die Therapie hocheffektiv und die Selbstkontrolle durch  Blutzuckermessen durch Patienten zu Hause jederzeit gut durchführbar.

Wichtigste Risikofaktoren für das Entstehen diabetischer Augenschäden sind ein lange Dauer der Erkrankung und schlecht eingestellte Blutzuckerwerte. Wichtig für die Kontrolle ist der sog. „Langzeitzuckerwert“ HbA1C. Dieser Wert gibt Auskunft über die Blutzuckerwerte der letzten Wochen. Aus augenärztlicher Sicht ist ist das Ziel HbA1C unter 7,o% anzustreben. So lassen sich in den allermeisten Fällen schwerwiegende Komplikationen am Auge vermeiden.

Ist der Diabetes über lange Zeit schlecht eingestellt, tritt ein Schaden vorallem an den kleinen Gefäßen in den Organsystemen auf. Niere und Auge sind mit ihrer Vielzahl kleinster Gefäße am häufigsten betroffen. An der Netzhaut werden geschädigte Gefäße undicht und eine Schwellung am Sehzentrum oder Blutungen im Auge sind die Folge. Ist die Netzhautversorgung erst einmal zusammengebrochen entstehen Gefäßwucherungen, welche bis in den Glaskörper einwachsen und duch Zugkräfte eine Netzhautablösung hervorrufen können. All dies kann das Augenlicht irreversibel schädigen.

Um diesen Schäden vorzubeugen empfehlen wir bei bekanntem Diabetes mellitus in der Regel jährliche Routineuntersuchungen beim Augenarzt. Stets erfolgt auch eine Berichterstattung an den betreuenden Hausarzt, wecher die Zuckerwerte im Rahmen des Diabetes-Programmes überwacht.