Definition:

Im eigentlichen Sinne ist der graue Star eher eine Alterserscheinung als eine Krankheit. Grauer Star bedeutet, dass sich die Linse im Auge eingetrübt hat. Dies geschieht in aller Regel im Rahmen des Alterungsprozesses. Die in jungen Jahren noch klare Linse schafft es nicht mehr, transparente Linsenfasern zu produzieren und diese schön regelmäßig anzulagern.
In seltenen Fällen tritt ein grauer Star auch angeboren auf. Als weitere Ursachen sind bekannt: Verletzungen, Sonnen- und Strahlenexposition, Diabetes, Cortison-Einnahme, seltene Stoffwechsel- und Systemerkrankungen.

Symptome:

* Trübes Sehen wie durch eine Milchglasscheibe
* Reduzierte Sehschärfe
* Vermehrte Blendung (vorallem bei nächtlicher Autofahrt)
* veränderte Farbwahrnehmung
* Brille passt nicht mehr

Prävention und Therapie:

Ausser dem Vermeiden gewisser Risikofaktoren sind bis heute keine Verhaltensregeln oder Medikamente bekannt, mit denen sich ein grauer Star vermeiden oder gar therapieren lässt.
Die einzige Therapie besteht in der Operation des Grauen Stars: hierbei wird die trübe Linse schonend entfernt und durch eine klare Kunststofflinse ersetzt.

Ist der graue Star gefährlich?

Hat sich die Augenlinse eingetrübt, stellt dies per se noch keine Bedrohung für das Auge dar. Deshalb operiert man heute den grauen Star erst, wenn sich der Patient durch oben genannte Symptome beeinträchtigt fühlt. Der Graue Star muss heute dank modernster Kleinschnitt-Chirurgie, wie fälschlicher Weise oft angenommen, nicht mehr „reif“ sein bis er operiert werden kann. Vielmehr muss der Patient „reif“ sein, an sich einen operativen Eingriff durchführen zu lassen. Jeder Patient muss für sich selbst die Angst vor einem geringen Restrisiko der Operation gegen die Vorteile einer besseren Sehschärfe abwägen.
Bei einem weit fortgeschrittenen Cataract ist die Linse meist auch deutlich verhärtet, ihre Entfernung ist dann wesentlich schwieriger und zeitaufwendiger. Je länger der operative Eingriff dauert, desto länger gestaltet sich auch der postoperative Heilungsphase, es treten deutlich häufiger Komplikationen auf.
Erst im Endstadium (der Patient sieht dann oft nichts als die eigene Hand vor Augen), kann ein Zerfall der Linse tatsächlich für das Auge bedrohlich werden.