Hinweise für die Zeit nach Ihrer Augenoperation

  1. In den ersten Tagen nach der Operation kann es sein, dass Sie doppelt oder verschwommen sehen. Dies ist ganz normal und wird sich nach wenigen Tagen geben.
  2. Vermeiden Sie in den ersten vier bis sechs Wochen, auf Ihr Auge zu drücken oder es zu reiben.
  3. Reinigen Sie Lider und Augenumgebung regelmäßig, wobei Sie darauf achten sollten, dass Sie nicht auf das Oberlid drücken. Am besten verwenden Sie hierfür lauwarmes Wasser und einen sauberen Waschlappen.
  4. Sie können ohne weiteres duschen, baden und die Haare waschen. Für ein bis zwei Wochen sollten Sie aber vermeiden, Wasser oder Seife in die Augen zu bringen.
  5. Sie können im Allgemeinen die normalen Aktivitäten des täglichen Lebens ohne Einschränkungen nach Ihrer Operation wieder aufnehmen. So können Sie sich ohne weiteres bücken, übliche Tätigkeiten in Haus und im Garten durchführen, Gymanstik machen oder in die Sauna gehen.
  6. Diabetiker müssen in den Tagen vor und nach der Operation ganz besonders gut auf Ihre Blutzucker-Einstellung achten: Bitte konsultieren Sie auch Ihren Hausarzt.
  7. Nach der Operation wird Ihre Brille womöglich nicht mehr stimmen. Die endgültige neue Brillenstärke lässt sich erst vier bis sechs Wochen nach der Operation ermitteln und verordnen. In der Zwischenzeit können sie Ihre alte Brille tragen oder ohne Brille bleiben, wie es Ihnen angenehmer ist.
  8. Lesen, Schreiben, Fernsehen sowie Bildschirmarbeit sind ohne Einschränkungen erlaubt. Wenn sich Ihre Augen angestrengt oder müde fühlen, sollten Sie eine Pause einlegen.
  9. In der ersten Zeit nach der Operation können Sie vermehrt blendungsempfindlich sein – das ist ganz normal. Sie können dann eine ganz normale Sonnenbrille tragen.
  10. Gelegentliches Kratzen oder ein Fremdkörpergefühl am operieren Auge sind durchaus normal. Sollten Sie jedoch einen dauernden Schmerz im operierten Auge verspüren oder sollte sich Ihre Sehkraft verschlechtern statt beser zu werden, ist eine sofortige augenärztliche Kontrolle unerlässlich.

Kontrollen und Zwischenfälle

Augenärztliche Kontrolltermine werden entsprechend dem jeweiligen Untersuchungsbefund und den normalen Verlaufserwartungen vereinbart. Sollten sich einmal unerwartete Probleme einstellen, dürfen Sie keinsefalls den nächsten Kontrolltermin einfach abwarten. Bitte nehmen Sie sofort Verbindung zu uns, dem weiterbehandelnden Augenarzt oder dem Notdienst-Augenarzt auf, wenn:

  • Das Sehvermögen, gleich auf welchem Auge, plötzlich schlechter wird
  • Das Sehvermögen langsam schlechter statt besser wird
  • Wenn sie einen Schatten bemerken
  • Wenn bei Kopf- oder Augenbewegungen plötzlich Blitze auftreten
  • Wenn am operierten Auge anhaltende Schmerzen auftreten

Risiken einer Augenoperation (anhand Cataract-OP)

Wir sind stets bemüht offenzulegen, welche operativen Schwierigkeiten und Risiken, speziell in Ihrem Falle, schon aufgrund der Befunde aus der Voruntersuchung zu erwarten sind. Eine Risikoabwägung durch den den Patienten, welcher in der Regel ein medizinischer Laie ist, ist jedoch aufgrund der anatomischen Besonderheiten, sowie der OP-technischen Komplexizität, äußerst schwierig. Dennoch muß Ihnen als Patient eine Abwägung von Risiko und Nutzen einer Operation ermöglicht werden, denn Sie selbst müssen ja gewillt sein, sich der Operation, auch samt all Ihrer möglichen negativen Konsequenzen, zu unterziehen. Hierzu dient wohl am besten die nun folgende, etwaige Veranschaulichung über die Wahrscheinlichkeiten möglicher Risiken bei einer Augenoperation.

ca. 95%: Routine-Eingriff ohne Auftreten von Schwierigkeiten, innerhalb weniger Tage wird die volle Sehschärfe erreicht.

ca. 5%: Routine-Eingriff bei komplizierter Ausgangssituation wie z.B. bei weit fortgeschrittenem grauen Star, lockerem Linsen-Aufhängungsapparat, verzögerter Wundheilung: in aller Regel sehr gute Erfolgsaussichten dank intensivierter postoperativer Nachsorge.

ca. 1%: Auftreten einer „typischen“ OP-Komplikation wie z.B. Kapselruptur. Hier muss die Operation um einen Glaskörper-chirurgischen Eingriff erweitert werden. In manchen Fällen wird sogar ein Zweiteingriff, vielleicht sogar im Rahmen eines stationäreren Klinikaufenthaltes, notwendig. Der OP-Erfolg kann unter Umständen gemindert sein.

ca. 1% beträgt auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Sehschärfen-Gewinn (meist aufgrund unterschätzter, vorbestehender Begleiterkrankungen wie z.B. Makuladegeneration oder Glaukom) trotz gewissenhafter, lückenloser Voruntersuchung und Aufklärung, nicht den Erwartungen von Arzt und Patient entspricht.

ca. 0,1%: Erneuter Eingriff aufgrund spät postoperativer Linsenlockerung, Schadhaftigkeit der Linse oder unzureichender Linsenbrechkraft. Diese Überraschungen lassen sich operativ beheben.

unter 0,1%: Unvorhersehbare, schicksalshafte, nicht verhinderbare Komplikation wie z.B. intraoperative ober postoperative Netzhautablösung, expulsive Blutung, Infektion oder sonstiger Schaden am Auge mit infauster Prognose bishin zur Erblindung des Auges.